Das Geheimnis der verschwundenen Kisten

(English version below)

Der Tag begann mit aufregenden Neuigkeiten: Futara bat mich um ein dringendes Gespräch, ihre Spionagetätigkeiten hätten neue Erkenntnisse gebracht. Ich zog mich mit ihr in eine Ecke der Taverne zurück und beobachtete das kniende Mädchen aufmerksam. Sie schien sehr aufgeregt, aber zugleich auch sehr stolz zu sein. Nun, die Aufregung würde sich legen, den Stolz würde ich ihr notfalls austreiben – nun wollte ich erst einmal hören, was sie zu sagen hatte.

Futara berichtete mir atemlos, sie habe am Vortag absichtlich versteckte Orte der Hölle aufgesucht, weil sie von der Annahme ausging, ein Diebstahl in diesem Ausmaß müsse Spuren hinterlassen. Prompt sei ihr Verdacht bestätigt worden: Sie hätte leere Kisten in einem Lavafluss beim Casino und in einer verlassenen Grube in nächster Umgebung des Demon’s Nest gefunden. Mehr noch: Inflagranti hätte sie zwei Kreaturen erwischt, die gerade damit beschäftigt waren, die letzte Kiste auszupacken und eine Menge Flaschen verschwinden zu lassen. Sie war von den beiden entdeckt worden, und einer habe versucht, sie zu versklaven, die Flucht sei ihr aber erfolgreich gelungen. Es handele sich bei den beiden um einen Engel mit schwarzen Flügeln und einen Helfer, der auf den Namen „Smoking“ oder „Smoking Dom“ höre. Mehr habe sie leider nicht erkennen können, da sie dann hätte flüchten müssen.

Ich ließ mir von Futara noch einmal genau die Orte beschreiben, an denen sie die leeren Kisten gefunden hatte – ein Lavafluss beim Casino und eine verlassene Grube beim Demon’s Nest – und begab mich sofort dorthin. So sehr ich aber auch suchte, ich konnte nichts finden. Entweder, das Mädchen hatte gelogen, oder die beiden Verdächtigen hatten so schnell wie möglich das Beweismaterial beiseite geschafft!

Ärgerlich begab ich mich zurück zur Taverne und redete kurz mit Tinwen. Andere Gäste hatten aber nichts Neues zu berichten. Interessanter war da schon die Ankündigung der Katze, mich alleine sprechen zu wollen. Ich zog mich zunächst so unauffällig wie möglich in den hinteren Teil der Kneipe zurück. Hier, bei den Flaschenregalen, war es schmutzig und verstaubt, und der Lärm der vielen Gäste drang nur gedämpft an mein Ohr.

Wenige Minuten später erschien die Katze in Begleitung eines „Freundes“ namens Graves, wie sie ihn mir vorstellte. Mir erschien er eher ihr neuer Sklave zu sein, war es doch seine Aufgabe, die Katze, welche auf seinem Kopf thronte, überallhin zu tragen. Willig befolgte er all ihre Befehle, so dass ich mir nicht sicher war, in welchem Verhältnis die beiden wirklich zueinander standen.

Dennoch hatten sie eine Menge interessanter Neuigkeiten für mich: So verdächtigten sie zunächst Kyonine, der als Biest nicht zuverlässig erschien. Ich musste ihnen recht geben, denn ein Wesen, das ständig mit seinem inneren Wolf kämpft und zwei Naturen in sich trägt, kann leicht vom Pfad der Ordnung abkommen.

Richtig interessant wurde es, als die Namen Vincent und Asher fielen. Sklave und Herrin, hatten sie offenbar gemeinsame Sache miteinander gemacht? Die Argumente von Graves und Estelle wirkten sehr glaubhaft, sie bestätigten, gewisse Verdachtsmomente mit eigenen Augen gesehen zu haben. Graves prüfte zudem die Flaschen im Regal und meinte, ein solch hochwertiger Wein könne gut auch zur Herstellung verzauberter Substanzen genutzt werden. Ich beschloss deshalb, als nächstes das Laboratorium zu durchsuchen.

Wie immer fehlte Dante, wenn man ihn braucht, ich hätte ihm gerne all die neuen Erkenntnisse direkt in die Feder diktiert, damit ich nicht alles selbst aufschreiben musste. Slithor hat absolut recht, dass er ständig auf ihn schimpft und mit dem Schwanz nach ihm schlägt!

Angeblich liegt der faule Sklave im Moment an einem See und macht „Urlaub“, was immer das sein mag. Der kann etwas erleben, wenn er zurückkommt!

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The mystery of the missing boxes

The day began with exciting news: Futara asked me for an urgent talk, her spying activities had brought new knowledge. I retreated with her to a corner of the tavern and watched the kneeling girl carefully. She seemed very excited, but at the same time very proud. Well, the excitement would subside, I would drive the pride out of her if necessary – now I wanted to hear what she had to say first.

Futara breathlessly told me that she had deliberately visited hidden places of hell the day before, because she assumed that a theft on this scale must leave traces. Her suspicions were promptly confirmed: She would have found empty boxes in a lava river near the casino and in an abandoned pit in the immediate vicinity of the Demon’s Nest. Even more: she had caught two creatures in the act of unpacking the last crate and making a lot of bottles disappear. She had been discovered by the two, and one had tried to enslave her, but the escape had been successful. The two were an angel with black wings and a helper who went by the name of „Smoking“ or „Smoking Dom“. Unfortunately, she could not recognize more, because then she would have had to flee.

I had Futara describe to me once again exactly the places where she had found the empty boxes – a lava river near the casino and an abandoned pit near the Demon’s Nest – and I went there immediately. However, no matter how hard I searched, I could find nothing. Either the girl had lied, or the two suspects had moved the evidence aside as quickly as they could!

Annoyed, I went back to the tavern and talked briefly with Tinwen. Other guests had nothing new to report. More interesting was the cat’s announcement that she wanted to talk to me alone. I retreated as inconspicuously as possible to the back of the tavern. Here, by the bottle racks, it was dirty and dusty, and the noise of the many guests reached my ears only muffled.

A few minutes later the cat appeared accompanied by a „friend“ named Graves, as she introduced him to me. To me he seemed more like her new slave, since it was his job to carry the cat, which was enthroned on his head, everywhere. He willingly obeyed all her commands, so I was not sure what their relationship really was.

Nevertheless, they had a lot of interesting news for me: first they suspected Kyonine, who didn’t seem reliable as a beast. I had to agree with them, because a being who constantly fights with his inner wolf and carries two natures inside him can easily stray from the path of order.

Things got really interesting when the names Vincent and Asher came up. Slave and mistress, had they apparently made common cause with each other? The arguments of Graves and Estelle seemed very credible, they confirmed having seen certain suspicions with their own eyes. Graves also examined the bottles on the shelf and said that such a high-quality wine could well be used to make enchanted substances. I therefore decided to search the laboratory next.

As always, Dante was absent when needed, I would have liked to dictate all the new findings directly into his pen so that I didn’t have to write everything down myself. Slithor is absolutely right to keep ranting and swatting at him with his tail!

Supposedly the lazy slave is at a lake right now taking a „vacation,“ whatever that may be. He can expect some action when he comes back!

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Finstere Vorgänge in der Hölle

(English version below)

Zur Vorgeschichte:

Im 2nd Circle of Lust, kurz Pandemonium genannt, geschehen seltsame Dinge. Der Alltag besteht aus den Schreien gefolterter Sterblicher, die von Dämonen gejagt und kasteit werden, und den hilflosen Versuchen der Engel, die Sterblichen zu retten.

Mitten im Satanswerk befindet sich eine Taverne, ein düsterer Ort, auf dem die Fraktionen in einem inoffiziellen Waffenstillstand zusammentreffen, um miteinander zu trinken und den Alltag zu vergessen. Früher gab es in der Taverne harten Alkohol und teuflisch gute Cocktails, doch neuerdings gibt es nur noch Wasser und Soda. Was ist geschehen?

Slithor, der Tavernenchef, verdächtigt seine Angestellten, den Alkohol entwendet zu haben und heimlich weiter zu verkaufen. Er hat mich eingestellt, die Untersuchungen zu leiten… und so befrage ich immer wieder die Angestellten auf eine… sehr besondere Art und Weise. 😉

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Vor mir auf dem Tisch liegen unzählige Karten und Notizzettel. Immer wieder gruppiere ich sie neu, versuche Verbindungen herzustellen, wo keine sichtbar sind.

Es ist zwei Tage her, seit ich Atreyu ans Kreuz genagelt und ausgepeitscht habe, so dass er sich weinend in den Himmel flüchtete und sich von den Engeln die Rückseite mit einer speziellen Salbe behandeln ließ. Einen Tag ist es her, dass es mir gelang, Estelle die dämonische Katze als Spionin zu gewinnen. Unauffällig liegt sie in der Taverne auf der Theke, verteilt lilafarbene Haare überall, und sammelt Informationen.

Da war Vincent, der Sklave… er berichtete mir, dass Devin eine Kiste verloren habe beim Transport vom Gefängnis zur Taverne. Das  ist ungewöhnlich, denn eigentlich war der Transport sehr sicher, er wurde von vielen Wachen begleitet. Xena, die Chef-Folterin, hatte alles umsichtig organisiert. Wo ist also die Kiste geblieben? Selestra hat er noch genannt, eine der ganz hohen Damen, ungeachtet dessen, dass er dafür hingerichtet werden könnte. Sie würde nur noch teuren Wein konsumieren. Allerdings ist nicht nur Wein verschwunden, sondern vor allem Wodka. Könnte Selestra dennoch etwas damit zu tun haben?

Tinwen verdächtigt Vincent. Er treibe sie zur Weißglut, alleine das mache ihn sehr verdächtig. Ich grübele über der Karte von Vincent. Er ist kein unbeschriebenes Blatt, hat er doch einst in die Gläser in der Taverne ejakuliert. Alle Gäste hatten daraufhin schreiend ihre Drinks ausgekippt, so dass auf dem Boden ein richtiger See aus Ekligkeiten entstanden war. Vier Sterbliche habe ich damals angewiesen, den See aufzulecken, aber ein bisschen plötzlich. Sie haben dabei wahrhaftig keinen glücklichen Eindruck gemacht!

Slithor war der Name, den Atreyu immer wieder schrie, als er von mir am Kreuz ausgepeitscht wurde. Atreyu ist kein Dummkopf, meistens hat es Gewicht, was er sagt. Warum ist er sich so sicher, dass der Kneipenwirt selbst hinter den Diebstählen steckt? Slithor hätte einen Gewinn davon, das ohne Frage. Schon lange beschweren sich die Gäste über überteuerte Preise. Aber war es dann klug von Slithor, direkt jemanden einzustellen, um die Vorgänge aufzuklären? Oder ist er sich sicher, dass er nicht unter Verdacht geraten wird?

Die Katze hat mir berichtet, dass zwei neue Angestellte ihren Verdacht erregt haben, weil sie mehrfach Wasser serviert haben. Das war auch für mich der erste Anhaltspunkt, misstrauisch zu werden. Angeblich richtet der Boss die Tabletts her, aber man weiß nicht, was auf dem Weg von der Küche zum Schankraum passiert. Es wäre für die Angestellten ein Leichtes, die Gläser auszutauschen!

Soma hat mir angekündigt, noch einige Informationen für mich zu haben. Er ist der Bruder von Slithor und wird diesen kaum belasten. Aber – er hat seine Augen und Ohren überall, er weiß stets, was vor sich geht. So gesehen, ist Soma eine wertvolle Informationsquelle.

Ich betrachte die Karten aus halbgeschlossenen Augen. Irgendwann wird sich aus ihnen ein Bild ergeben, ich weiß es…

An der Tür klopft es. Ein schüchternes Klopfen, ein sehnsüchtiger Laut. „Mistress…?“

Ich lächele leise in mich hinein. Dante, wer sonst. Der arme Junge hatte heute noch nichts von mir.

Mit einer geschmeidigen Bewegung stehe ich auf und öffne die Tür. Dante kniet im Türrahmen, wie immer vorbereitet und bereit für alles. Ein Griff in seine langen Haare, und ich nehme ihn zu mir… immerhin habe ich ein wundervolles neues Rack für ihn besorgt, das alles bietet, was ihn entspannen und mir Freude bereiten wird.

Ich freue mich auf seine Schreie, wenn ich ihm gleich eine CBT-Spezialbehandlung gönnen werde. Sein Entsetzen bei der Wundversorgung, wenn er nach ein paar Sekunden feststellen wird, dass meine Heilsalbe Chili enthält… und wer weiß? Vielleicht hat der Junge ja auch noch ein paar Informationen. Es bleibt spannend!

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Sinister operations in hell

Backstory:

In the 2nd Circle of Lust, called Pandemonium for short, strange things happen. Everyday life consists of the screams of tortured mortals, hunted and chastised by demons, and the helpless attempts of angels to save mortals.

In the middle of Satan’s work is a tavern, a gloomy place where the factions meet in an unofficial truce to drink together and forget about everyday life. The tavern used to serve hard liquor and devilishly good cocktails, but lately there is only water and soda. What happened?

Slithor, the tavern boss, suspects his employees of having stolen the alcohol and secretly reselling it. He hired me to lead the investigation… and so I keep questioning the employees in a… very special way. 😉

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In front of me on the table are countless cards and notes. Again and again I regroup them, trying to make connections where none are visible.

It’s been two days since I nailed Atreyu to the cross and whipped him so that he fled to heaven in tears and had the angels treat his backside with a special ointment. It’s been a day since I managed to get Estelle the demonic cat as a spy. Unobtrusively, she lies on the counter in the tavern, spreading purple hair everywhere, gathering information.

There was Vincent, the slave… he reported me that Devin lost a box while transporting it from the prison to the tavern. This is unusual, because actually the transport was very safe, it was accompanied by many guards. Xena, the chief torturer, had organized everything carefully. So where did the box go? He still called Selestra, one of the very high ladies, regardless of the fact that he could be executed for it. She would only consume expensive wine. However, not only wine disappeared, but mainly vodka. Could Selestra nevertheless have something to do with it?

Tinwen suspects Vincent. He drives her crazy, and that alone makes him very suspicious. I pore over Vincent’s card. He is not a blank slate, he once ejaculated into the glasses in the tavern. All the guests had then screamed and dumped their drinks, so that a real lake of disgust had formed on the floor. At that time I ordered four mortals to lick up the lake, but a bit suddenly. They truly did not make a happy impression in doing so!

Slithor was the name Atreyu kept screaming as he was whipped by me on the cross. Atreyu is no fool, most of the time what he says carries weight. Why is he so sure that the tavern keeper himself is behind the thefts? Slithor would have a profit from it, that without question. For a long time, the guests have been complaining about overpriced prices. But then, was it wise of Slithor to directly hire someone to investigate what was going on? Or is he sure that he will not come under suspicion?

The cat told me that two new employees aroused her suspicion because they served water several times. That was also the first clue for me to become suspicious. Supposedly, the boss sets up the trays, but you don’t know what happens on the way from the kitchen to the taproom. It would be easy for the staff to change the glasses!

Soma announced to have some more information for me. He is the brother of Slithor and will hardly incriminate him. But – he has his eyes and ears everywhere, he always knows what is going on. From that point of view, Soma is a valuable source of information.

I look at the cards from half-closed eyes. Eventually a picture will emerge from them, I know it….

There is a knock at the door. A timid knock, a longing sound. „Mistress…?“

I smile softly to myself. Dante, who else. The poor boy hasn’t had anything from me yet today.

With a smooth movement, I stand up and open the door. Dante is kneeling in the doorway, primed and ready for anything, as always. A grab of his long hair, and I take him to me… after all, I got him a wonderful new rack that will provide everything he needs to relax and give me pleasure.

I look forward to his screams as I am about to give him a CBT special treatment. His horror at wound care when he’ll realize after a few seconds that my healing ointment has chili in it… and who knows? Maybe the boy will have some more information. It remains exciting!

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Der Porsche in der Garage

Heute geht es um ein neues/ altes SL-Phänomen, über das ich seinerzeit schon gestolpert bin und derzeit wieder. Die Männer mögen mir verzeihen, dass ich es ausschließlich in der Variante mit männlichen Sklaven schildere, allerdings ist das tatsächlich ein „Männerproblem“ – mit weiblichen Sklavinnen habe ich die Situation niemals erlebt.

Immer wieder gibt es Jungs, die alles daran setzen, eine möglichst berühmte SL-Domina oder eine hochrangige Spielerin/ Admina einer bekannten RP-SIM als Herrin zu gewinnen. Warum? Na, weil die was hermacht! Ist doch klar, das ist DIE Karriere, die man als Sklave hinlegen kann. So eine Art öffentliche Schwanzverlängerung. Also wird alles investiert – Geschenke, Briefchen, originelles RP – um die Aufmerksamkeit der Dame zu gewinnen. Unvergessen sind mir zwei Szenen aus meiner Anfangszeit in SL: Einer quatschte mich auf der SIM eines SL-Dominastudios an, weil er wohl der Meinung war, ich kenne die Besitzerin näher, und wollte von mir Tipps, wie er an sie herankommen könne. Die Dame des Hauses, stand schnell fest, besaß einen ganzen Hofstaat aus fast 20 Sklaven. Wirkte sehr beeindruckend, so rein optisch, aber schon an dieser Stelle hätte eigentlich klar sein müssen: Die kann sie doch nie und nimmer alle bespielen. Vermutlich kennt sie noch nicht mal deren Namen. Geschweige denn, dass sie sie auseinanderhalten kann oder dass ihr auffällt, wenn plötzlich einer fehlt. Der besagte Nachfrager schaffte es und wurde Sklave Nummer 17. Oder 18. Oder 19. Jedenfalls nahm sie nach ihm noch weitere an, und ich verlor den Überblick. Die Abende auf der SIM ähnelten einander wie ein Ei dem anderen: Die Dame saß in der Mitte, ringsherum kniete die Masse an Sklaven, also zumindest die, die gerade online waren (und das war schon eine Masse, selbst wenn immer nur die Hälfte gleichzeitig online war). Die Dame erzählte irgendwas aus ihrem Alltag, was ihr halt heute so passiert war. BDSM-technisch lief nichts. Emotet haben die Sklaven in ihrer Verzweiflung teilweise untereinander. Persönliche Ansprache, geschweige denn Sessions, gab es auch keine. Es bleibt beim vereinten Knien und Labern über Alltagskram.

Fall zwei betraf einen ehemaligen Mitspieler einer alten RP-SIM von mir. Der erzählte mir ganz stolz, dass er jetzt Mega-Chancen bei einer ganz bekannten Herrin hätte. Er nannte mir den Namen. Allerdings, so führte er weiter aus, sei er bei einem Alt von ihr. Das Problem sei nämlich, dass sie unter ihrem bekannten Namen acht Sklaven gehabt hätte, und das sei ihr ein wenig zu viel geworden. Also habe sie sich einen Alt zugelegt, um ihre Ruhe zu haben, und unter dem habe sie jetzt blöderweise auch schon wieder sechs Sklaven angenommen. Aha, soso. Und der junge Mann kam nicht auf die Idee, sich zu überlegen, was das wohl bedeutete? Dass er vermutlich einer Sklavensammlerin in die Hände gefallen war, die, sobald er in ihr Eigentum übergegangen war, schlagartig das Interesse an ihm verlieren würde und die sich dann auf die Jagd nach der nächsten Kerbe im Bettpfosten machen würde? Der Knabe widersprach mir heftig, nein, so sei sie nicht, sie sei etwas ganz Besonderes. Sogar ein reales Treffen habe sie ihm in Aussicht gestellt! Folglich setzte er all sein Bestreben daran, Sklave Nummer sieben von Account Nummer zwei zu werden. Was ihm dann auch gelang. Drei Wochen später die traurige Nachricht: Die Herrin war verschwunden. Angeblich in einer psychosomatischen Klinik IRL, weil ihr alles ein wenig zu viel geworden wäre, Internet- und PC-Sucht inklusive. Zu dem fest versprochenen realen Treffen ist es natürlich nie gekommen. Sowas aber auch!

Dann die Beispiele aus der neueren Zeit: Auf einer RP-Sim bekommt man die dort übliche Spielwährung, wenn man sich einen persönlichen Sklaven zulegt und wenigstens einmal am Tag nahe beisammen steht und ein paar Knöpfe betätigt. Ja, ist tatsächlich so. Einmal am Tag nahe beisammen stehen und ein paar Knöpfe drücken (es läuft dann ein vorbereiteter Text durch den Chat), und dann bekommen beide Parteien ein schönes Sümmchen Spielwährung. Das führt allerdings dazu, dass alle Leute persönliche Sklavenverhältnisse eingehen, obwohl sie eventuell gar keinen Bedarf oder gar kein Interesse daran haben. Und wie immer ist es ganz wichtig, dass die Herrin möglichst bekannt und ranghoch ist. Adminen stehen hoch im Kurs, Leiterinnen der einzelnen Spielbereiche und die Spielerinnen der IC-Führungspositionen. Nun gibt es auch hier Jungs, die alles daran setzen, eine von ihnen für sich zu gewinnen, und an dieser Stelle sehr kreativ werden. Und dann – haben sie sie. Und dann – stellen sie fest: Da läuft nix. Außer einmal am Tag eng beieinander zu stehen für die Spielwährung. Denn – und das haben hohe Positionen auf RP-SIMs nun mal an sich: Die Damen haben keine Zeit. Wer im Admin-Team sitzt, moderieren muss, einen Spielbereich leitet oder eine Führungsposition IC bekleidet, der hat anderes zu tun, als individuelle, private Sessions mit dem persönlichen Sklaven zu inszenieren. Leider ist das den Jungs oft nicht so ganz klar. Der Tag hat nur 24 Stunden, und es geht entweder das eine oder das andere:  SIM-Orga oder privates BDSM. Eines von beidem wird immer zu kurz kommen oder irgendwann sogar ganz gestrichen werden.

Fazit: Sehr viele Jungs wollen einen Porsche. Er muss was hermachen, man will vor den anderen Kerlen damit protzen. Dann haben sie ihn und stellen fest: Mist, der Porsche ist fahruntüchtig. Man kann eigentlich nichts mit ihm anfangen. Er steht nur in der Garage und sieht cool aus, aber er springt noch nicht mal an. Nun kann man eine Garage aus Glas bauen, damit ihn wenigstens jeder sieht. In der Hoffnung, dass die anderen Jungs neidisch werden und das Gefühl haben, beim Schwanzvergleich zu verlieren. Manche Männer hängen auch ein großes Schild an ihre Garage (= schreiben in ihr Profil, wem sie gehören, oder setzen stolz in ihren RP-Meter, wessen persönlicher Sklave sie sind), damit andere lesen können, dass in ihrer Garage ein echter Porsche steht. Nur ist er damit leider immer noch nicht fahrbereit. ^^

Und dann… schreiben sie mich an. Ich bin *grübelt und reflektiert* in deren Augen dann wohl sowas wie ein VW Käfer? Der läuft und läuft und läuft?


Ich bin weder bekannt noch berühmt, lege auch keinen Wert darauf, weil damit eine Menge Arbeit in SL verbunden wäre, die ich aber lieber in mein RL stecke. Ich jage keiner Spielwährung hinterher, weil ich weiß, dass mein Zeitbudget in SL begrenzt ist. Und ich ziehe ein intensives Zweier-RP mit BDSM-Inhalt jederzeit irgendwelchen Quests oder dem Nahe-Beisammen-stehen, für die ich Spielwährung bekommen könnte, vor. Darum werde ich beim Leveln wohl nie so weit kommen wie die ganz großen Nummern, aber damit kann ich leben. Nicht so gut leben kann ich damit, wenn ich merke, dass all die Kerle mit dem fahruntüchtigen Porsche in der Garage mich gerne als heimlichen Zweitwagen hätten.

Jungs, ihr habt eure Wahl getroffen, jetzt lebt damit oder sterbt daran! Schraubt an eurem fahruntüchtigen Porsche herum, vielleicht springt er ja doch mal an. Oder wienert ihn zumindest recht glänzend, vielleicht beneiden euch dann ein paar andere Kerle darum. Aber erwartet nicht von mir, dass ich euch „bespiele“ und euch die individuellen Sessions mit persönlicher Betreuung und exklusivem Zweier-RP bereite, die euch bei den Herrinnen aus euren Profilen und Metern fehlen. Wenn ihr eure Prioritäten auf den Porsche setzt, müsst ihr auch mit den Konsequenzen daraus leben.