Mörderjagd II – Epilog

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Nachdem Wachtmeister Dimpfelmoser seinen Monolog beendet hatte, brach prompt die heimliche Standleitung, die mir mein Freund bei der Polizei gelegt hatte, zusammen.

Wir saßen alle herzlich verdattert in der Wohnhalle vor dem Bildschirm und wagten es kaum, uns gegenseitig in die Augen zu schauen.

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Dieser Dimpfelmoser! Erst wirkt er so harmlos und unfähig, und dann findet das blinde Huhn doch noch ein Korn! Andererseits – was wollte man uns schon nachweisen?

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Mitten in die Verblüffung hinein wurde Andrej aktiv. Er kann mit einer Dragunow und einem Messer ebenso geschickt umgehen wie mit einem Gartenhächsler, und für ihn kam es darauf an, den Landsitz zügig und unbeschadet zu verlassen, ohne von der Polizei aufgehalten zu werden.

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Ehe irgendjemand reagieren konnte, hatte er bereits Miguel und Lamenius als Geiseln genommen und schleifte sie nach draußen. Mir tat insbesondere dieser Miguel kein bisschen leid dabei – etwas Erziehung würde ihm gut tun, und letztlich konnte man nicht leugnen, dass Mister Putin keineswegs zufrieden mit der Arbeit seiner Nachwuchsagenten war – immerhin lag das belastende Material jetzt bei der CIA. Andrej Kruschow würde also nachbessern müssen. Kein Wunder, dass er wütend auf seine beiden Mitarbeiter war!

Da ich recht hatte mit meiner Vermutung, dass es zwischen Andrej und Raven knisterte, werde ich nun wohl neues Personal brauchen.

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Aber das ist meine geringste Sorge. Immerhin hat mir Lamenius ja schon jemand Neues vorbeigeschickt. Lediglich Andrejs Talent, derartige Probleme schnell und unkompliziert zu lösen, wird mir ungemein fehlen.

Die noch hastig in die Wege geleitete Suche der Polizei nach dem Busfahrer am Folgetag verlief übrigens ergebnislos. Trotz aller Bemühungen der Beamten blieb unklar, wann nach dem Unfall er spurlos verschwand und wer er überhaupt war. Die Büroräume des Busunternehmens, bei dem die Reise der Collegeklasse gebucht worden war, wurden verlassen und leergeräumt vorgefunden. Sowohl von dem Unternehmen als auch von seinem angeblichen Angestellten fehlt jede Spur – es schien ihn auch niemand zu vermissen. Kommissar Grünerwald und Wachtmeister Dimpfelmoser dachten noch kurz darüber nach, die Tulpenbeete auf meinem Landsitz ausheben zu lassen. In Anbetracht der unschönen diplomatischen Verwicklungen sowie der vielen unbezahlten Überstunden kamen sie jedoch wieder davon ab. Außerdem lag eine große Unwägbarkeit darin, wie der ehemalige Gärtner reagieren würde, wenn man seine Beete und Pflanzen zerstören würde. Und hatte er nicht auch irgendwo recht? – Schließlich  blühten die Tulpen ja wirklich außergewöhnlich prächtig.

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Besonderer Dank geht an:

  • Miyu und Lily für den Bau der tollen Busfahrtstrecke
  • Allen Mitspielern für ihren Einsatz an Zeit, „good vibrations“ und Kooperation
  • Den beteiligten SIMs/ SIM-Ownern für Rezz- und Landrechte und das damit verbundene Vertrauen:

 

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Mörderjagd II – die Auflösung

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((Passende musikalische Untermalung: Hit the road, Jack))

Kommissar Grünerwald hat alle im Polizeirevier zusammengetrommelt. Wachtmeister Dimpfelmoser sitzt hochgespannt am Konferenztisch. Neben ihm hat sich Wachtmeister Schießdaneben mit dem Notebook häuslich eingerichtet, den man wieder zum Protokollschreiben verdonnert hat, weil er so herrlich schweigsam ist und kaum mal ein Wort sagt. Harry wurde vom Kommissar auf den Flur verbannt, da er zu laut mit den Autoschlüsseln geklappert hat und alle fünf Minuten fragt, wann er endlich den Wagen vorfahren darf.

Kommissar Grünerwald räuspert sich und beginnt: „Also, Männer, der Fall ‚Mord an Mister Neunzahnkommafünf‘ war anfangs ja hochverwickelt, wurde aber letztlich dennoch von uns gelöst! Ich habe Sie heute alle zusammengerufen, um Ihnen meine Ergebnisse aus Ihren Recherchen zu präsentieren und mit Ihnen gemeinsam vielleicht noch die eine oder andere Ungereimtheit klarzustellen, ehe das Ganze an den Polizeipräsidenten geht.

Halten wir fest: Mister Neunzehnkommafünf kam gewaltsam zu Tode, aber nach Faktenlage kann ich fast nicht mehr von einem Mord ausgehen. Gründe, ihn umzubringen, hätte es viele gegeben, aber alle, die ein starkes Motiv hatten, sind deutlich weniger belastet als diejenigen, die nur ein schwaches Motiv haben. Interessanterweise hatte jedoch letztlich fast jeder auf dem Landsitz ein Motiv! Aber gehen wir strukturiert vor.

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Mister Micha Neunzehnkommafünf war ein Agent der CIA, ehe er parallel begann, als Kopfgeldjäger zu arbeiten und in diesem Zusammenhang auch manche Information an die Gegenseite, die SWR, weiterzuleiten. Im Jahr 2015 bekam er einen Privatauftrag von einem Scheich namens Ibn bin Laden Abu Simpel, der sich restlos in Miss Alina, die das Nymphvale-College besucht, verguckt hatte.

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Er zahlte den angeblichen Eltern der jungen Dame 5 Mio. Dollar und engagierte Mister Neunzehnkommafünf, das Mädchen zu entführen. Mister Neunzehnkommafünf gelang es, sich als Sklave ins College einzuschmuggeln – er stellte es recht geschickt an, indem er sich auf einer Sklavenauktion, auf der Lady Aranea für ihre Mädchen einkaufte, versteigern ließ und prompt von ihr erworben wurde. Sein Plan, bei einer günstigen Gelegenheit im College Miss Alina zu entführen, schlug jedoch fehl, da er nie alleine mit ihr war. Im Gegenteil verlangten die Mädchen von ihm, in großer Runde zu ihrer aller Vergnügen an der Stange zu tanzen und dergleichen mehr. Micha Neunzehnkommafünf erkannte die Chancenlosigkeit seiner Bemühungen und brach sein falsches Spiel als Sklave zunächst einmal ab und verließ das College unverrichteter Dinge.

An dieser Stelle hätte bereits Lady Aranea ein Motiv gehabt, da sie auf den Anschaffungskosten für den Sklaven sitzen blieb und ohnehin der festen inneren Überzeugung ist, dass entfleuchte Sklaven den Tod verdienen.

Es gab aber noch weitere Fraktionen, die hinter Mister Neunzehnkommafünf her waren. Zum einen sein ehemaliger Arbeitgeber, der CIA, und zum anderen die Gegenseite, die SWR. Mister Neunzehnkommafünf war im Rahmen seiner Kopfgeldjägertätigkeit an belastendes Material über Mister Putin gekommen, und dieses wollte der SWR unbedingt sicherstellen. Die CIA wollte den ehemaligen Geheimnisträger eliminieren und hegte zudem den begründeten Verdacht, dass Agent 195 peinliches Material über Mister Trump besaß. Man wollte verhindern, dass der Ex-Agent zum Whistleblower wurde.“

Wachtmeister Schießdaneben (unterbricht seinen Chef kurz): „Das ist die Sache mit den rosa Negligés, richtig? Soll ich das notieren oder besser nicht?“

Kommissar Grünerwald (denkt nach): „Nun, im Moment sind die Unterlagen unter Verschluss bei der CIA, richtig? Die Herren von der  SWR haben es ja verpennt und waren nicht rechtzeitig bei dem Zug in der Wüste, so dass Agent Smith ihnen zuvorkam und die Akten und Fotos an sich nehmen konnte. Darum denke ich, dass wir das unter den Tisch fallen lassen können. Unsere eigene Regierung ist sicherlich nicht betroffen.“

Wachtmeister Schießdaneben: „Was macht Sie da so sicher, Chef?“

Kommissar Grünerwald (hustet und räuspert sich): „Gesunder Menschenverstand, Schießdaneben. Oder können Sie sich Angela Merkel in einem rosa Negligé mit Strümpfen und Strapsen vorstellen?“

– Angestrengtes Schweigen im Raum und krampfhaft auf die Tischplatte starrende Polizisten –

Kommissar Grünerwald (nach einer kleinen Pause): „Eben, Schießdaneben. Und darum sage ich, unsere eigene Regierung ist nicht betroffen. Die russische und die amerikanische Regierung hingegen waren es, darum wurden beide Geheimdienste aktiv.

Von seiten der CIA machte sich Agent Smith auf den Weg, der sich Zutritt zu dem Kreis um Lady Aranea verschaffte, indem er Sklave ihrer Freundin wurde. Von seiten der SWR wurden die Agenten Lamenius und Miguel als angebliche Austauschschüler ins College eingeschleust, während ihr Vorgesetzter, Mister Andrej Kruschow, bei der Lehrerin als Gärtner anheuerte.

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Irgendwann im März 2017 muss dann Miss Miyu an die Information gekommen sein, dass Miss Alina in akuter Gefahr schwebt, nach Arabien verschleppt zu werden. Und Miss Miyu reagierte, wie sie schon im letzten Fall in Bezug auf Miss Lily reagiert hat: Sie versuchte mit allen Mitteln, die ihr zur Verfügung standen, ihre Freundin zu beschützen. Sie kam auf die Idee, dem Scheich einen vergifteten Kuchen zu senden. Sie wollte ihn  damit keinesfalls umbringen, sondern wollte nur erreichen, dass ihm sterbschlecht wurde und er dann von Alina ablassen würde. Sie ging dabei von der Faktenlage aus, dass Liebe durch den Magen geht, der Scheich als absoluter Genussmensch gilt, und für die meisten Männer eine Frau nur gut aussehen und kochen können muss, um als perfekte Beziehungspartnerin zu gelten. ‚Komm nackt und bring Essen mit‘ – Sie wissen schon, meine Herren! Miss Miyu drehte das um: Wenn der Scheich der Überzeugung war, dass Miss Alina eine miserable Köchin war, die einen Fraß fabriziert, von dem ihm täglich schlecht werden würde, würde er von seinem Plan ablassen, sie heiraten zu wollen.

Also vertraute sich Miss Miyu zunächst der Erzieherin an, Miss Ivy, wurde vielleicht auch von ihr inflagranti in der Küche erwischt, und buk dann den Kuchen mit Strychnin-Füllung.

Miyu staunt was Hermine wieder entdeckt hat

Sie verwendete dafür zwar eine ganze Flasche, aber umgebracht hätte diese Dosis den Scheich keinesfalls und auch den Micha Neunzehnkommafünf nicht. Als Miss Miyu allerdings kurz zur Toilette ging und den Teig gehen ließ, wurde Miss Ivy aktiv. Sie hatte in der Zeitung gelesen, dass der Scheich nicht nur milliardenschwer, sondern auch kiloschwer sei. Und als intelligente Dame wusste sie, dass man Gifte nach Körpermasse dosieren muss, um ein optimales Ergebnis zu erreichen. Miss Ivy befürchtete, die Dosis sei zu gering, um dem Scheich echte Bauchschmerzen zu verschaffen, und kippte darum heimlich noch eine komplette Packung Rattengift, wovon es im College mehr als ausreichend gibt, in Miss Miyus Kuchen. Der Hauptbestandteil von Rattengift ist Strychnin – das passte also. Und die Schülerin wollte sie nicht mehr als nötig da mit hineinziehen. Da Miss Miyu aber schneller wieder von der Toilette zurückkam, als Miss Ivy gedacht hatte, blieb ihr keine Zeit mehr, die leere Packung verschwinden zu lassen, sie stopfte sie darum nur schnell in ihre Tasche und vergaß sie zunächst.

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Die Dosis Strychnin, die der Kuchen jetzt enthielt, war beachtlich, hätte den Scheich aber dennoch keinesfalls getötet, sondern nur zu schwerer Übelkeit geführt. Bei Mister Neunzehnkommafünf sah die Sache anders aus – er ist ein schmächtiges dürres Kerlchen mit unterentwickelten Organen, wie man ja auch an seinem Penis sehen konnte – für ihn war die Dosis tödlich.

Aber bleiben wir beim chronologischen Zusammenhang – denn es war nicht geplant, dass nicht der Scheich, sondern letztlich der 19,5 den Kuchen essen würde! Das konnten Miss Miyu und Miss Ivy nicht wissen!

Der Scheich hatte inzwischen sehr ungehalten auf Mister Neuzehnkommafünfs missglückte Versuche, Miss Alina zu entführen, reagiert. Er bestellte ihn wutentbrannt zu einem Treffen im Arcade-Express ein.

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Miss Miyu sandte kurz vor diesem Zusammentreffen den Kuchen in einer Geschenkpackung an den Scheich und ließ es durch die Absenderadresse so aussehen, als käme der Kuchen von Miss Alina. Der Scheich wurde völlig wild auf Miss Alina und feierte das Geschenk seiner eingebildeten Liebsten mit sechs Mädchen, die ihr alle ähnlich sehen mussten, in einem Bordell namens Dragon’s Cave in Phenix. Den Kuchen aß er allerdings nicht – denn Miss Miyu hatte ihn dummerweise mit Nüssen gebacken, um den bitteren Geschmack des Strychnins zu übertünchen. Der Scheich aber reagiert hoch allergisch auf Nüsse. Als er voller Vorfreude sein Geschenk auspacken wollte, bekam er bereits von dem Geruch der Nüsse einen Allergieanfall und musste sofort ein Antihistaminicum nehmen. Das war die leere Tablettendose, die wir gefunden haben.

Den Kuchen wollte er als Schätzer leckerer Köstlichkeiten aber dennoch nicht verkommen lassen, er bot ihn ganz naheliegend seinem Gast, Mister Neunzehnkommafünf an. Dieser wird wohl den bitteren Geschmack erkannt haben, er hat sich aber in der ohnehin angespannten Atmosphäre wahrscheinlich nicht getraut, die Gastfreundschaft und Freigiebigkeit des Scheichs zu beleidigen, und so aß er alles auf.

Der Zug befand sich noch ein ganzes Stück von der Stelle entfernt, wo sich hinterher die Ereignisse überschlagen sollten, da kam es oben in den Bergen zu dem Busunfall, der die Schüler auf den Landsitz von Lady Aranea führte.

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Geplant gewesen war ursprünglich ein Aufenthalt in der Jugendherberge in Blackburn, wo die beiden jungen Agenten vermutlich vorhatten, in den Zug zu steigen, um den Auftrag ihres Vorgesetzten zu erledigen. Das fiel nun flach, und Mister Kruschow wird nicht schlecht gestaunt haben, als plötzlich seine beiden Mitarbeiter vor ihm standen. Sie überspielten die Situation aber alle drei professionell und ließen sich nichts anmerken. Der Plan wurde ebenso schnell wie diskret geändert: Mister Miguel und Mister Lamenius warteten einfach nachts ab, bis alle schliefen, dann gingen sie schnell die halbe Stunde nach Blackburn zu Fuß, stiegen dort in den Zug, erledigten ihren Auftrag, stiegen in Weatherby wieder aus und waren innerhalb von insgesamt zwei Stunden wieder zurück – und keiner hat etwas gemerkt!

Mig Lame

Nun, worin aber genau bestand der Auftrag? Hier kann ich nur spekulieren, denn der Zettel mit dem russischen Befehl war verschlüsselt. Ich vermute, dass Mister Lamenius und Mister Miguel Mister Neunzehnkommafünf entweder im Zug töten und hinauswerfen sollten, oder ihn nur hinauswerfen. Sie haben jetzt beide zu Protokoll gegeben, sie hätten nichts dergleichen getan, Mister Neunzehnkommafünf sei in Panik von selbst aus dem Zug gesprungen, als er ihrer angesichtig wurde und er sie als feindliche Agenten erkannt hat.

Das kann durchaus stimmen so, zumindest können wir den beiden nichts anderes nachweisen. Komisch ist es aber schon, dass der Sprung genau an der richtigen Stelle war… direkt da, wo oberhalb von Lady Araneas Grundstück die beiden Tunnel sich fast treffen und die Bahnlinie nur kurz aus dem Berg tritt.

Unten wartete versteckt im Gebüsch der angebliche Gärtner, um im Fall dessen, dass die beiden oben im Zug versagen sollten, unten das Problem endgültig zu „erledigen“. Er hatte zwar das Mädchen Raven bei sich im Keller gehabt, aber diese auszuschalten, war ein leichtes für ihn. Erinnern Sie sich an das Tagebuch des Mädchens, in dem sie schreibt, dass sie Filmrisse hat beim Zusammensein mit ihm, dass sie oft wegtritt und sich dann an nichts mehr erinnern kann? – Der Gärtner hat sie ruhiggestellt und betäubt, mit Bromisoval. Darum waren auf der Bromisoval-Flasche auch seine Fingerabdrücke. Im Gegensatz zu den anderen Giften, die wir auf dem Landsitz gefunden haben, ist Bromisoval eher schwach und nicht zum Töten geeignet. Man nutzt es in der Hypnose und als Schlafmittel. Die Beschreibung des Mädchens passt perfekt zu der Wirkung vom Bromisoval. Der Gärtner konnte Raven damit elegant ausschalten und hätte durch sie trotzdem immer ein Alibi gehabt, denn sie hätte Stein und Bein geschworen, die komplette Nacht mit ihm verbracht zu haben, denn ihre Filmrisse sah sie ja lediglich als kurzen Moment sehr hoher Ekstase an und bemerkte gar nicht die stundenlange Sedation.

Der Gärtner hat zudem vorher geschickt die Sicherheitskameras manipuliert und zur Wand gedreht, damit er ungesehen das Haus betreten und verlassen konnte, wann immer er es brauchte. Eine Leiter befand sich bei ihm im Keller, und oben auf der Leiter hatte er zudem den Tresorschlüssel versteckt, den er im Ferienhaus Lady Araneas heimlich an sich gebracht hatte, um bei einer günstigen Gelegenheit den Zettel mit den Leaks über seine Agenten verschwinden zu lassen. Der Mann ist durchtrieben und handelt eiskalt und skrupellos.

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Zurück zu unserem Mordopfer. Der unglückliche 19,5 verlor bei seinem Sturz seine Fahrkarten und kollerte die Böschung hinunter, wo er auf Lady Aranea traf, die ihm den Regenschirm ins Gemächt rammte, wodurch ihn eine gnädige Ohnmacht umfing, die ihm weiteres Miterleben des Kommenden ersparte.

Der Gärtner muss im Gebüsch verharrt und gewartet haben, bis die Lady und Miss Aurelia sowie Agent Smith gegangen waren, dann trat er heraus und zerquetschte mit seiner mechanischen Hand den Kehlkopf von Mister Neunzehnkommafünf, um auf Nummer sicher zu gehen. Es wäre nicht mehr nötig gewesen und ist auch kein Mord mehr, sondern allenfalls eine Leichenschändung, da Mister Neunzehnkommafünf bereits seiner Strychnin-Vergiftung erlegen war. Aber wir wissen ja – Mister Kruschow macht keine halben Sachen, und er ist der Mann für’s Grobe ebenso wie für’s Feine.

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Während dieser ganzen Zeit flogen große Vögel, äh, Dämonen, äh Vampire ums Haus – streichen Sie das nachher aus dem Protokoll, Schießdaneben – bei denen es sich um die durch den Vollmond verwandelten Schülerinnen Miss Lily und Miss Lillith handeln muss. Miss Miyu versuchte verzweifelt, die beiden zur Rückkehr ins Haus zu bewegen, weil sie fürchtete, dass das Geheimnis der Freundinnen entdeckt werden könnte. Dabei futterte sie in ihrer Nervosität ein Bounty nach dem anderen. Irgendwann hatte sie mit ihren Bitten Erfolg… allerdings hatten die beiden dunklen Wesen wohl ein wenig an der Leiche des 19,5 gekostet oder gespielt und waren zu beschwipst, um das Fenstersims richtig zu erwischen. Die Fehllandung führte schließlich zur Auslösung der Alarmanlage und zu dem dann folgenden Chaos und Herumgerenne im Haus.

– Streichen Sie den kompletten Absatz, Schießdaneben, schreiben Sie ins Protokoll, der Alarm wurde zufällig ausgelöst, als vermutlich eine Krähe oder ein anderer großer Vogel gegen das Fenster flog, kurz war da ja eine Art Flügel im Bild, das können wir also belegen. Wir bleiben lieber noch bei dem Gärtner, der ist greifbarer. –

Wie ich auf die Schliche kam, dass Mister Kruschow derjenige war, der bis zu diesem Zeitpunkt  die Oberhand über die Operation behielt, ist schnell erklärt: Er war der einzige, der sich weigerte, nach dem Leichenfund zur Gruppe zu stoßen, obwohl alle in wilder Panik schrien und sogar explizit nach ihm gerufen wurde – er bestand darauf, dass er jetzt zu Bett gehen wollte, und ging trotz der Aufregung hinter dem Haus nicht mehr nach draußen, um sich die Ursache des Geschreis anzusehen. Können Sie sich das vorstellen, Männer? – Das ist ein unlogisches und hoch verdächtiges Verhalten, denn wenn draußen eine ganze Gruppe Menschen brüllt, sie hätte gerade eine Leiche gefunden, wird keiner einfach zu Bett gehen, selbst wenn er das im Augenblick vor dem Leichenfund gerade noch vorhatte. So verhält sich nur jemand, der ganz genau weiß, was die Gruppe draußen gefunden hat, und den diese Szenerie keineswegs überrascht.

Als die Leiche entdeckt wurde, war vor allem Miss Ivy hellentsetzt, denn nun fiel ihr die Rattengiftpackung wieder ein, die sie immer noch in ihrer Tasche trug. Selbst wenn zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststand, wer das Opfer war und wie es zu Tode kam – die leere Großpackung Rattengift in ihrem Besitz würde Fragen aufwerfen und den Fokus auf Miss Ivy richten. Ihr war klar, dass die Polizei den Landsitz und alle Anwesenden durchsuchen würde. Also griff sie hinterher im Haus als erstes  schnell nach dem nächsten Stoffstück, das sie zur Hand hatte – ihr Dessous – und wischte damit hastig die Fingerabdrücke an der Packung ab.

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Sie muss dabei durch die anderen Gäste gestört worden sein, denn es reichte ihr nicht mehr, die Schachtel in ein sicheres Versteck zu bringen und das Dessous wieder an sich zu nehmen, sondern sie warf hastig beides hinter ein Blumenbeet im Wintergarten.

Mister Smith hingegen folgte dem Zug, konnte ihn in der Wüste filzen und das belastende Material aus Mister Neunzehnkommafünfs Gepäck an sich nehmen.

*es klopft an der Türe*

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Eine atemberaubend schöne Frau tritt mit laszivem Hüftschwung zur Türe herein: „Bist du endlich fertig, mein kleines Schnuffel-Hasi? Wir wollten doch heute früh nach Hause.“ *lächelt vielsagend*

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Wachtmeister Schießdaneben wird ein wenig rosa: „Gleich, Schatz! Warte bitte noch draußen!“

*Die Türe geht wieder zu*

Wachtmeister Dimpfelmoser verhindert mit Mühe ein spontanes anzügliches Pfeifen durch die Zähne.

Kommissar Grünerwald muss seine Krawatte lockern und schnappt nach Luft. Er wischt sich die Schweißperlen von der Stirne und ringt um Worte.

Kommissar Grünerwald (ächzend): „Verdammt, Schießdaneben! Ich brauche unbedingt eine Schürze!“

Wachtmeister Dimpfelmoser verschluckt sich und prustet in seinen Kaffee.

Wachtmeister Schießdaneben (irritiert): „Wie bitte, Chef?“

Kommissar Grünerwald (schiebt hastig ein paar Akten auf dem Tisch hin und her): „Oh, nichts, nichts, Schießdaneben! Wo waren wir stehengeblieben? – Ahja, den Mordabend hatten wir durch, und Agent Smith hat jetzt vermutlich das ganze belastende Material an sich genommen, darum konnten wir in dem Zug im Gepäck von Mister Neunzehnkommafünf nicht mehr finden.

Soweit also der Ablauf…

Nun gibt es für mich aber ein paar Ungereimtheiten.

Für mich ist ungeklärt, wie Miss Miyu an das Strychnin kam. Es gibt nur eine Person, die es besorgen konnte, das ist die Alchimistin Miss Aurelia, die auch Lady Aranea mit Giften versorgt. Allerdings kannten Miss Miyu und Miss Aurelia sich vorher noch gar nicht. Woher also konnte Miss Miyu das Gift beziehen?

Woher wusste Miss Miyu überhaupt, dass ihre Freundin Alina in Gefahr war, entführt zu werden?

Und zum weiteren irritiert mich der Nusskuchen. In der Zeitung, die wir im Keller des Colllege gefunden haben und die Miss Ivy so gründlich studiert hat, stand eindeutig drin, dass der Scheich unter eine Nussallergie leidet. Warum hat Miss Ivy dann nicht verhindert, dass Miss Miyu ausgerechnet Nüsse als Hauptzutat verwendet? Es war doch klar, dass der Scheich den Kuchen nicht essen wird, wenn es ein Nusskuchen ist…“

*grübelt*

Dimpfelmoser schüchtern: „Chef…“

„Ja, Dimpfelmoser?“

„Chef, ich habe da eine Theorie… aber Sie dürfen nicht lachen!“

„Na, dann lassen Sie mal hören, Dimpfelmoser!“

„Also… ich denke gerade… was, wenn der Fall ähnlich liegt wie beim letzten Mal? Wenn wir wieder nur zu sehen bekommen, was wir sehen sollen? Denn jetzt ist es ja kein Mord mehr, sondern eine Verkettung unglücklicher Umstände, für die wir niemanden verhaften können.  Niemand ist wirklich schuld, bzw. sind sie es alle zusammen, aber jeder hat nur ein winziges Quentchen beigetragen. Miss Miyu hat zwar den Kuchen gebacken, aber ihre Strychnin-Dosis war lächerlich gering, die hätte dem Scheich nicht mal Bauchschmerzen verursacht, ist also nur eine versuchte Körperverletzung, die noch nicht mal Erfolg hatte, weil der Scheich den Kuchen gar nicht gegessen hat. Miss Ivy hat zwar die Dosis erhöht, wollte aber angeblich ebensowenig jemanden umbringen, und den Scheich hätte sie definitiv auch nicht umgebracht… wohl aber den 19,5. Und da war es dann doch sehr praktisch, dass der Kuchen ein Nusskuchen war, denn so war die Wahrscheinlichkeit höher, dass er beim richtigen Empfänger im Magen landet!“

Im Revier ist es mucksmäuschenstill.

Grünerwald räuspert sich: „Reden Sie weiter, Dimpfelmoser!

„Wissen Sie, Chef, Ihre Anmerkung hat mich draufgebracht. Diejenigen, die ein starkes Motiv hatten, Mister Neunzehnkommafünf zu eliminieren, und dazu zähle ich jetzt mal die diversen Agenten diverser Geheimdienste, haben erstaunlicherweise alle Alibis bzw. keinerlei Beteiligung aufzuweisen. Die Absicht ja, aber keine Beteiligung. Und umgekehrt, alle, die ein eher schwaches Motiv hatten, die College-Girls und ihre Lehrerin und die Erzieherin und die Freundin, die sind seltsamerweise alle beteiligt, aber nur mit Kleinigkeiten, die im Einzelfall nicht schwerwiegend genug sind, in der Gesamtheit aber den Tod von Mister Neunzehnkommafünf verursacht haben. Die College-Clique hatte eine ganz andere Zielperson im Blick, den Scheich nämlich, und diesen wollte sie keinesfalls umbringen, sondern eher eine Art Streich spielen, damit er von Miss Alina ablässt.

Die Agenten hingegen hatten allesamt eine Eliminierung nicht des Scheichs, wohl aber des späteren Opfers 19,5 vor, schaffen es aber äußerst elegant, mit nahezu weißer Weste aus der ganzen Sache herauszukommen. Was können wir denn den einzelnen Personen nachweisen? – So gut wie nichts!

Gehen wir aber doch mal von dem Fall aus, beide Seiten – die Agenten und das College – hätten erfolgreich miteinander kooperiert… dann ergibt plötzlich alles einen Sinn.“

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Dimpfelmoser muss etwas trinken und fährt fort:

„Sowohl der CIA als auch der SWR haben Mister Neunzehnkommafünf beschattet und wussten immer sehr genau, was er tut und wo er ist. Beide warteten auf eine günstige Gelegenheit. Und ja, ich traue den Agenten beider Seiten sogar zu, dass sie hier zusammengearbeitet haben. Erinnern Sie sich daran, als Mister Smith sagte, dass der SWR und der CIA eigentlich das Gleiche tun – beide schützen ihren Präsidenten? Hier hatten tatsächlich beide Seiten das gleiche Interesse. Und in so einem Fall steht man dann schon mal auf der gleichen Seite, selbst wenn man normalerweise verfeindet ist.

Außerdem, ist Ihnen aufgefallen, wie nonchalant Mister Smith die Frage vermieden hat, wer der von ihm erwähnte Vorgesetzte von Mister Lamenius und Mister Miguel ist? Und wie er ihn betitelt hat: ‚Mein Amtskollege von der Gegenseite‘! Holla die Waldfee! Also entweder ist jemand mein Amtskollege, oder er ist von der Gegenseite, aber das hier ist ein Widerspruch in sich – da stinkt die Zusammenarbeit über die sonstigen Schützengräben hinweg ja förmlich zum Himmel!

Miss Miyu wird derzeit dadurch entlastet, dass sie ja nicht wissen konnte, dass Mister Neunzehnkommafünf in diesem Zug fährt, und dass nicht er, sondern der Scheich ihr Ziel war. Die Geheimdienste wussten das aber – und über die Agenten Lamenius und Miguel, die sich als Austauschschüler im College aufhielten, konnte diese Information bequem an die Mädchen weitergegeben werden. Miss Ivy wird dadurch entlastet, dass sie nichts von der Nussallergie des Scheichs wusste, aber die Zeitung beweist das Gegenteil – und Miss Ivy ist eine ehemalige Dolcett-Zofe! Denen graust es vor gar nichts! Solche Leute kippen auch Rattengift in Kuchenteig, ohne mit der Wimper zu zucken! Gleichzeitig wird verrückterweise Miss Miyu dadurch entlastet, dass sie die Nussallergie und den ganzen Hintergrund nicht kannte. Wenn aber Miss Ivy oder die Agenten ihr diese Information gegeben haben, sieht die Sachlage ganz anders aus! Und damit Miss Miyu hinterher keinesfalls belangt werden kann, geht sie taktisch geschickt mal eben für ein paar Minuten auf die Toilette, währenddessen Miss Ivy den Kuchen und seine Wirkung mit Rattengift auf das richtige Maß bringt. So können sich beide Frauen elegant gegenseitig aus dem Schneider bringen. Denn keine war’s vollständig! Welche Rolle Miss Samira dabei gespielt hat, ist mir noch unklar – aber vielleicht hat sie einfach nur aufgepasst, dass kein Unbeteiligter zum falschen Zeitpunkt die Bistroküche betreten hat.

Miss Aurelia hat das Strychnin für Miss Miyus Kuchen besorgt, die Querverbindung stellt Lady Aranea her. Da es aber keinen direkten Kontakt gab, konnten beide, Miss Aurelia und Miss Miyu, hinterher voller Überzeugung sagen, dass sie sich vorher nicht kannten.

Der Tatort war bestens gewählt und kam allen Beteiligten entgegen.

Lady Aranea wusste garantiert über ihre Freundin und Mister Smith, wo sich Mister Neunzehnkommafünf aufhielt und dass ein Treffen im Zug stattfinden würde. Sie fungierte darum  als Gastgeberin des „Stützpunktes“, von wo aus das Finale der Operation angegangen wurde.

Miss Lily und Miss Lillith sind Schmiere gestanden, äh, geflogen. Haben Sie etwa nicht die vielen grauschwarzen Federn bemerkt, die Lady Aranea sowohl am Hut als auch am Fächer trägt? Der Teufel soll mich holen, wenn die nicht von Miss Lily stammen! Wer die Feder eines Dämons besitzt, kann ihn damit herbeirufen, ihn beschwören, Kontakt mit ihm aufnehmen. Durch die Federn war sozusagen die Kommunikation während der Operation sicher gestellt – besser als jedes Funkgerät, weil abhörsicher!

Oben fährt also der Zug durch, Lamenius und Miguel sorgen dafür, dass Mister Neunzehnkommafünf zum richtigen Zeitpunkt springt oder helfen gar noch ein bisschen nach. Unten sorgt die Lady mit ihrem Schirmschlag dafür, dass das Opfer das Bewusstsein verliert und geht dann sofort ins Haus – damit ist sie aus der Nummer raus und hat für die folgende Zeitspanne ein Alibi. Und ganz „zufällig“ warten die ganze Zeit zwei hochrangige Agenten, Mister Smith und Mister Kruschow, in unmittelbarer Nähe des Tatortes darauf, die Operation zu Ende zu bringen für den Fall, dass vorher etwas schiefgelaufen sein sollte (z.B. Micha Neunzehnkommafünf den Kuchen doch nicht ganz gegessen hat oder was auch immer).

Das ist nicht nur Nummer sicher, Chef, das ist Nummer super-sicher und mir ein bisschen zu viel Zufall. So bin ich draufgekommen.“

Kommissar Grünerwald räuspert sich.

„Wackere Leistung, Dimpfelmoser! Wackere Leistung! Aber dennoch, auch Ihre Version hat noch ein paar Ungereimtheiten, die ich nicht  aufgelöst kriege. Schauen Sie, wenn da eine Kooperation stattgefunden hat, dann hätten sich alle Beteiligten vorher sehr gut absprechen müssen, damit jeder genau weiß, was er zu tun hat. Wann und wo sollen all diese Leute einschließlich der Agenten zweier Geheimdienste das bitteschön gemacht haben – eine geheime, konspirative Absprache aller Beteiligten im Vorfeld?“

„Chef… das OOC-Treffen!“

Kommissar Grünerwald bekommt einen hochroten Kopf und muss seine Kragenknöpfe öffnen.

„Und wie wurde bitteschön das Auftauchen der College-Gruppe nachts auf dem Landsitz inszeniert?  – Hier scheitert Ihre Theorie, Dimpfelmoser! Denn der Unfall war ein Zufall. Um den Busunfall so zu inszenieren, dass der Bus genau an der richtigen Stelle bei Lady Araneas Landsitz von der Straße abkommt und so aufkommt, dass die Insassen kaum verletzt werden, hätte die Gruppe einen sehr begabten Handlanger gebraucht. Dieser aber wäre hinterher ein Mitwisser gewesen, den sie hätte beseitigen müssen!“

„Chef…“

„Und genau das bringt Ihre Theorie zum Zusammenbrechen!“

„Chef…“

„Ich sagte Ihnen doch: Ihre Theorie ist Müll, der zufällige Busunfall sprengt sie!“

„Chef! Chef, zwei Fragen.

Erstens… wo ist eigentlich der Busfahrer?

Zweitens… wir reden immer davon, dass der Butler höchstwahrscheinlich im Tulpenbeet verscharrt liegt. Ihnen ist aber sicherlich aufgefallen, dass es hinter dem Haus zwei Tulpenbeete gibt.

Wenn der Butler in dem einen liegt – wer liegt dann in dem anderen?“

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– ENDE –

Backe, backe Kuchen, der Mörder hat gerufen!

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Es endet da, wo alles begann. Wer hätte das gedacht!

Nach einer endlosen Suche der Polizei, in welche Küche der Giftkuchen gebacken wurde, wurden sie in der Collegeküche fündig. Der Kuchen, der offenbar Scheich Ibn bin Laden Übelkeit verursachen sollte, letztlich aber Micha Neunzehkommafünf, in gewissen Kreisen besser bekannt als Agent 195, getötet hat, wurde hier gebacken und dann versendet.

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In der Küche waren noch Spuren von Strychnin an den Backformen erkennbar. Auf der Treppe fand sich Miyus Schlüsselanhänger, auch kontaminiert mit Strychnin, und – oh Schreck – hinter ihrem Bett die leere Strychnin-Flasche. Was hat meine kleine Miyu damit zu tun? Sie ist doch sonst eigentlich immer recht brav, außer dass sie ständig im Unterricht Bountys in sich hineinstopft statt aufzupassen?

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Es stellte sich dann auch heraus, dass im College jede Menge Rattengift eingesetzt wird, was mich nicht wundert, so versifft, wie dort immer alles ist. Sogar in unserem Klassenzimmer rennt ja ständig eine Ratte herum, sogar während des Unterrichts!

Allerdings fand man auch heraus, dass eine Großpackung komplett fehlte, denn der Hausmeister hatte vier Packungen besorgt, es waren aber nur noch drei vorhanden im Haus, eine angebrochene und zwei volle. Wo ist die letzte Packung? Ist das etwa die, die leer bei mir im Wintergarten gefunden wurde?

Im Keller des College dann ein kleiner Schock, Miss Ivy und Miss Samira müssen sich hier intim vergnügt haben. Hoppla, das hätte ich der braven Nonne gar nicht zugetraut! Eigentlich hätte ich es mir denken können, warum sonst hätte sie ihre Freundin unbedingt auf Klassenfahrt mitnehmen wollen. Und der Freundin hat man gleich angesehen, dass das eine sehr freizügige Person ist, so sexy, wie sie immer gekleidet war… das wollte ja so gar nicht recht zu dem braven Habit unserer Schwester Ivy passen. Stille Wasser gründen tief, da merkt man es wieder!

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Was seltsam war, die Polizei hat auch eine alte Zeitung gefunden mit einem ausführlichen Artikel zu Scheich Ibn bin Laden und einem Foto von ihm. Der Kerl hat eine Figur wie Jabba the Hutt, auweh, wenn der sich auf meine kleine Alina draufgelegt hätte, der hätte sie plattgequetscht wie eine Flunder! Warum aber interessierte sich Schwester Ivy für den Scheich? Wie hängt denn das jetzt bitte zusammen?

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Fragen über Fragen… und noch kein Mörder erkennbar… aber übermorgen ist es so weit, da hat Kommissar Grünerwald schon alle einbestellt, weil er glaubt, die Lösung zu haben! Ich bin mindestens so gespannt wie mein Regenschirm!

Schirm

 

 

Das Geheimnis im Tresor

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Nun geht es schon wieder mir an den Kragen… die Polizei hat herausgefunden, dass ich noch ein weiteres Haus etwas höher in den Bergen habe, in das ich mich zurückziehe, wenn ich nirgendwo mehr Ruhe finde (ja, vor den verdammten „Greetings, Miss“-Typen, vor wem denn sonst! *grummel*).

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Der Dimpfelmoser glaubt mir das aber nicht. Besonders misstrauisch wurde er, als er hörte, dass ich da einen Tresor habe, und dass ich das Ferienhaus im Moment einem Freund zur Verfügung gestellt habe.

Wir wollten selbst gerne wissen, ob wir in dem Tresor etwas finden, und wanderten darum zum Ferienhaus. Es war idyllisch und schön wie immer, und Kater Blacky begrüßte uns mit lautem Miauen und Schnurren.

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Im ersten Stock mussten wir den Tresor dann knacken, denn der Schlüssel war ja noch bei der Polizei in der Asservatenkammer. Wir versuchten uns nacheinander daran, und Miss Samira gelang es schließlich.

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Im Tresor waren der Bauplan des Hauses, etwas Knoblauch, mein Regenschirm und  – Hilfe! – ein Zettel der auswies, dass Miguel und Lamenius gar keine normalen Austauschschüler, sondern in Wirklichkeit russische Agenten waren. Dann überschlugen sich die Ereignisse. Mig und Lame gelang es, Lillith durch geschickte Vorgehensweise den Zettel abzunehmen. Der Bauplan des Hauses führte uns zu einem zugemauerten Keller, in dem wir Beweise dafür fanden, dass Lily eine dunkle Vergangenheit hat und Lillith da irgendwie mit drinhängt. Verdammt, warum ist mir das dunkle Mal auf der Stirn des Mädchens nicht schon vorher aufgefallen?

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Dann hatten wir noch Gelegenheit, mit meinem Bekannten zu sprechen, der hinter dem Haus auf uns wartete. Es handelt sich bei ihm um Agent Smith, einen hochrangigen CIA-Agenten, der sich privat gerne von einer Frau dominieren lässt.

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Er ist der Sklave meiner Freundin Aurelia, und selbstverständlich hätten wir seine Identität niemals preisgegeben, wenn er jetzt nicht selbst dazu bereit gewesen wäre. Er verriet uns, dass Micha Neunzehnkommafünf, ja, der harmlose Kerl, den wir als Sklave kennenlernten, in Wirklichkeit auch ein CIA-Agent war, aber ein schmutziger: Er verriet Informationen in alle Richtungen gegen Geld und arbeitete nebenbei noch als Kopfgeldjäger!

Kein Wunder, dass die CIA hinter ihm her war, die Russen vom SWR aber auch. Alina ging ganz schön ran, um Agent Smith auch das letzte bisschen an Information zu entlocken, und sie hatte auch Erfolg.

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Wir verließen das Ferienhaus um einiges Wissen reicher, nur den Mörder haben wir noch nicht.

Aber die Zusammenhänge lassen schon darauf schließen, dass es um deutlich mehr geht als einen harmlosen Sturz aus dem Zug!

 

Wenn es Nacht wird in Phenix

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Wir folgten dem Hinweis auf der Rechnung aus dem Zug und fanden das Bordell Dragon’s Cave in Phenix. Himmel, ist das eine gefährliche Stadt! Und was für ein heruntergekommener Schuppen! Hier möchte man wirklich nicht alleine ausgesetzt werden, es gibt viele finstere Gestalten und skrupellose Verbrecher. Und nicht alles, was menschlich scheint, ist es auch.

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Das Bordell war ein ziemlich großer Kasten mit unheimlichem Dungeon und vier Stockwerken. Im obersten Stockwerk wurden wir fündig –da lag tatsächlich noch das Foto rum, das der Scheich vorausgeschickt hatte, um typähnliche Mädchen aussuchen zu lassen, und es zeigte – Alina!

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Hilfe, meine kleine Alina! Der Scheich wollte allen Ernstes sie entführen lassen! Auf der Rückseite bezeichnete er Alina als seinen „Schatz“ und sein „Eigentum“ und listete auf, was sie ihn schon alles gekostet hatte. Kein Wunder, dass er erwartet, dass seine Investitionen sich lohnen.

Alina bekommt jetzt zum Glück Polizeischutz, und ich werde auch die Augen offenhalten. Auf keinen Fall werde ich zulassen, dass dem Mädchen etwas zustößt!

Verhöre und eine unerlaubte Pyjama-Party

Langsam fangen alle an, sich untereinander zu verdächtigen!

Was aber auch kein Wunder ist, denn die Polizei findet den Mörder immer noch nicht.

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Die Mädels ergriffen darum selbst die Initiative und schickten eine Vorladung an meine Freundin, Miss Aurelia. Die staunte nicht schlecht, als sie im Polizeirevier nicht den Wachtmeister Dimpfelmoser, sondern eine sadistische Mädchenclique vorfand, die mit ihr Good Cop – Bad Cop spielte und so versuchte, alles an Informationen aus ihr herauszulocken.

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Dabei kam prompt zur Sprache, dass Aurelia Witwe ist. Nur, wie starb ihr erster Mann eigentlich? ^^

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In der Folgewoche war dann die grundehrliche, gütige Miss Ivy dran.

Ein seltsamer Brief von einer „Schwester Miy“ bestellte sie zur „Kapelle der heiligen Jungfrau Royana“, um dort bei der „Äbtissin Lilyana“ die Beichte abzulegen. Soso… mein Favorit ist ja Roya als Jungfrau – aber bitte! ^^

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Die arme Schwester Ivy ging nichtsahnend in die Falle und wurde von den falschen Nonnen im Beichtstuhl nach allen Regeln der Kunst ausgequetscht und von „Schwester Miy“ beinahe noch an ganz anderen Stellen gepiesackt…

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Gerade noch rechtzeitig gelang es Schwester Ivy, das falsche Spiel zu durchschauen, und die angeblichen Schwestern zu enttarnen.

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Mittendrin fand dann noch eine heimliche Pyjama-Party auf meinem Landsitz statt – ja, auf MEINEM Landsitz! Die haben einfach MEINE Wohnhalle zweckentfremdet, alle Kissen auf den Boden geworfen, um dort Flaschendrehen zu spielen! Am Ende waren sie noch in MEINER Badewanne!

Flaschendrehen

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Es ging mal wieder äußerst unzüchtig zu, die Mädchen knutschten mit den Jungs, alle tanzten halbnackt miteinander, und am Ende hatte keiner mehr was an.

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Alina

Miyu und Alina

Lily

Kuss

Lap dance

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Titten

Einen näheren Bericht gibt es bei Lily auf dem Blog, aber so viel sei von meiner Seite aus gesagt: Wäre ich zuhause gewesen, wäre das alles nicht passiert! Es ist unglaublich, was die Jugend von heute sich herausnimmt!

Und in dem Mordfall sind wir trotzdem noch kein Stückchen weiter. Die hastige Erklärung, man habe die Pyjama-Party nur veranstaltet, weil man den Jungs Informationen entlocken wollte, ist nur eine Ausrede und gilt nicht!

Der Zug in der Wüste

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Nachdem das Wetter endlich besser wurde, konnten der zerstörte Bus und die Leiche abgeholt werden. Dummerweise wollten aber die Schüler keineswegs mehr gehen! Die richteten sich häuslich ein bei mir und fühlten sich unglaublich wohl. Natürlich ist mein Landsitz schöner und luxuriöser als die Jugendherberge in Blackburn, aber das kann doch kein Dauerzustand werden! Miyu machte mir allen Ernstes den Vorschlag, den Unterricht in Zukunft zu mir auf den Landsitz zu verlagern, hier sei es viiiieeel angenehmer als in dem heruntergekommen College in der Innenstadt! Ich muss mir dringend noch etwas einfallen lassen, wie ich das umgehen kann!

Wachtmeister Dimpfelmoser tauchte auch mehrfach bei uns auf, um verschiedene Gäste zu vernehmen, und die Spurensicherung schleppte säckeweise Indizien und Beweismaterial aus dem Haus. Besonderes Aufsehen erregte meine Giftkiste im Keller, aber die nutze ich wirklich nur, um Dünger herzustellen und Probleme zu lösen, die Damen meines Alters manchmal haben. Ich färbe meine Haare, aber *pscht*…

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Die Polizei war aufgrund der Spurenlage sehr schnell sicher, dass sich Micha Neunzehnkommafünf gar nicht auf dem Landsitz aufgehalten hatte, sondern aus dem Zug gesprungen ist oder gestoßen wurde, der einmal in der Nacht oben durch die beiden Tunnel fährt. Wachtmeister Dimpfelmoser machte sich sofort mit großem Elan daran, den entsprechenden Zug zu finden, um dort noch Indizien zu sichern, die ihm Aufschluss über den Täter geben könnten.

Zum Glück habe ich einen guten Freund bei der Polizei… der rief mich sofort an, als Dimpfelmoser wusste, wo der Zug war. Es handelte sich um den legendären Arcade-Express!

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Dieser Zug ist sehr beliebt bei Touristen aus dem Nahen Osten, die Europa kennenlernen wollen. Er fährt von Bagdad über Kirkuk und Ankara nach Istanbul, quert dann Europa, fährt durch den Eurotunnel bis nach London und von da bis hoch nach Glasgow. Endstation ist Fort William in den Highlands. Dort wendet er und fährt dieselbe Strecke wieder zurück.

Der betreffende Zug, der in der Mordnacht oberhalb meines Landsitzes durchfuhr, stand nun in der Wüste zwischen Istanbul und Bagdad.

Ich zögerte keinen Moment und rief sofort am Flughafen an, um eine Maschine zu chartern. Es musste schnell gehen – ich sagte dem Mann am Schalter, er solle ein Flugzeug bereitstellen, das genügend Passagiere fasst und einfach zu fliegen ist, da ich unmöglich auf einen Piloten warten konnte. Ich wollte vor dem Dimpfelmoser in der Wüste sein und rechnete mir gute Chancen aus, da er als Polizist in Zeiten leerer Kassen  Linie fliegen musste mit bestimmt fünfmal Umsteigen. Wir hingegen konnten mit der Chartermaschine unser Ziel direkt ansteuern.

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Das Personal ließen wir auf dem Landsitz, und auch Miguel und Lamenius wollten lieber eine Runde chillen, als jetzt zum Flugharen zu hetzen.

Lame und Mig beim sturmfrei Chillen auf der Couch++

Lamenius trug mir aber netterweise noch meinen Stapel Reisekoffer, den ich selbstverständlich UNBEDINGT brauchte.

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Am Flughafen dann jedoch ein Schock: Statt einer vernünftigen Maschine hatte mir der Mann vom Schalter ein vorsintflutliches Luftschiff aus Bismarcks Zeiten hingestellt! War der denn völlig bekloppt? Er maulte herum, ich hätte ein Fluggerät haben wollen, das leicht zu fliegen sei und ausreichend Passagiere fasse, da habe er nun nur mal dieses dagehabt. Ein anderes sei jetzt eh nicht mehr verfügbar.

Also blieb uns nichts anderes übrig, als das Luftschiff zu nehmen. Ich bekam es mit Mühe in die Höhe  und ärgerte mich halb zu Tode über die gemächlichen Flugbewegungen. Leicht zu steuern war es tatsächlich, aber die Geschwindigkeit! Bei diesem Tempo wären wir in hundert Jahren noch nicht in der Wüste!

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Ich entdeckte dann einen Knopf, auf dem „Turbo-Steam“ stand. Das klang gut. Mehr Dampf konnte ich unbedingt gebrauchen, um den Dimpfelmoser doch noch zu überholen. Dummerweise legte Miyu, die mir am Steuerpult zusammen mit Schwester Ivy assistierte, in dem Moment ihre Pizza auf selbigem ab und drückte dadurch ungewollt ein paar Knöpfe mehr. Es tat einen Riesenschlag, das Luftschiff machte einen Satz wie ein Wildwestpferd und donnerte vorwärts, dass man glaubte, wir seien im Hyperraum. Wir stürzten beinahe ab, einige mussten sich festklammern, um nicht hinausgeschleudert zu werden ((der Moment, als ich das Ding mit Schmackes gegen die SIM-Grenze setzte und alle aus SL flogen, jaja… ^^)), und dann – waren wir in der Wüste. Peng! Perfekt! Der Turbo-Steam-Knopf und Miyus Pizza hatten es geschafft, dass wir rechtzeitig vor der Polizei dort waren.

Wir kletterten mit einer Strickleiter aus dem Luftschiff und sahen mit Erstaunen, dass uns dennoch jemand zuvorgekommen sein musste: Da stand verlassen ein Chevy rum, daneben noch der Mietvertrag von der Leihfirma und erstaunlicherweise schon wieder schwarze Katzenhaare.

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Chevy+++

Es blieb uns aber keine Zeit, uns jetzt näher damit zu befassen, der Arcade-Express war wichtiger.

Wir quälten uns zu Fuß durch die Hitze und sahen dann auch sehr schnell auf einem einsamen Bahngleis den Zug stehen. Außer uns war niemand da. Der Zug war hier wohl abgestellt worden, um gereinigt und gewartet zu werden, ehe er sich erneut auf die Reise nach Europa machte.

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Die Mädels stürzten sofort in den Zug und filzten ihn nach allen Regeln der Kunst.

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Besonders die Schlafwagenabteile waren interessant.

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Drei Abteile gab es. Das erste muss für Mister Neunzehnkommafünf gebucht worden sein. Wir haben hier seinen Koffer gefunden und einen Brief, den er von einem Scheich namens Ibn bin Laden Abu Simpel bekommen hat.

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Der Scheich hatte den Neunzehnkommafünf angeheuert, ein Mädchen zu entführen, das muss man sich mal vorstellen! So ein reicher Mistkerl ist das! Der Neunzehnkommafünf hat es aber nicht geschafft, diesen Auftrag zu erfüllen… es gab Krach deswegen, und der Scheich hat ihn zu sich bestellt und wollte ihn im Zug treffen. Vielleicht ist ja der Scheich oder seine Entourage der Täter? Vielleicht haben sie den Neunzehnkommafünf aus dem Zug geworfen aus Wut über den nicht erledigten Auftrag? Das zweite Schlafwagenabteil war tatsächlich für diesen Ölmulti reserviert.

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Dort fanden wir eine leere Geschenkkiste mit Kuchenkrümeln und eine leere Tablettendose. Ein Antihistaminikum. Der Scheich muss gegen irgendetwas allergisch sein.

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Unter dem Bett war eine Rechnung vom Dragon‘s Cave, das ist ein Bordell bzw. eine Nachtbar in Phenix.

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Der Scheich hat es dort ordentlich krachen lassen mit Champagner und einer Reihe Mädchen, die er typähnlich hat auswählen lassen… anhand eines vorausgesendeten Fotos. Sachen gibt’s! Die Superreichen können sich echt alles leisten…

Im letzten Schlafwagenabteil scheinen es irgendwelche anderen Leute recht wild getrieben zu haben… in einem Kissen verfangen fanden wir eine Halskette mit kaputtem Verschluss und am Haken hing ein lila Halsband. Wer bitteschön trägt ein lila Halsband? Das macht doch kein vernünftiger Mensch…

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In diesem Schlafwagenabteil haben wir zusätzlich einen Zettel mit einer russischen Aufschrift gefunden, den wir noch nicht entschlüsseln konnten.

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Im Waschabteil des Schlafwagens steht zudem eine Waage, die als letztes Gewicht 205,6 kg gespeichert hatte… vielleicht ist das auch relevant.

Im hintersten Waggon, das war der Speisewagen, fanden wir den Knaller, ein Reststück Kuchen, das eine Zutat enthielt, die da nicht hineingehört. Vermutlich ein Gift. Die gleiche komische Zutat war auch an den Kuchenresten in der Geschenkschachtel zu finden, wie Lily später in ihrem tragbaren Labor herausfand. Der Kuchen muss also darin transportiert worden sein.

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Nachdem wir alles durchstöbert hatten, haben wir den Zug schön durchgeputzt, um selbst keine ungewollten Spuren zu hinterlassen, und haben uns neben dem Zug zusammengesetzt, um über unsere Funde zu sprechen.

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Bisher ist der Fall äußerst verwirrend! Ich bin mir aber absolut sicher, dass weder ich noch meine Mädchen irgendetwas damit zu tun haben!

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Als nächstes werden wir wohl nach Phenix müssen, um in dem Bordell Nachforschungen anzustellen, welchen Mädchentyp der Scheich sich da bestellt hat. Dann wissen wir hoffentlich, hinter wem der Neunzehnkommafünf her war, und dann wird auch klar, wer hier ein Motiv hatte, ihn aus dem Weg zu schaffen!

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Link zu Lilys Blogbeitrag über den Zug in der Wüste:

Lesenswert! 🙂

Eine illustre Gästeschar

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Die Polizei lässt nicht locker… ich musste eine Aussage zu jedem Einzelnen machen, der sich in dieser Nacht auf meinem Landsitz aufgehalten hat.
Dabei ist es noch nicht mal meine Schuld, dass es so viele waren! Wenn es nach mir gegangen wäre, wäre ich mit meiner Freundin und ihrem Sklaven alleine gewesen!

Aber das ist leider nicht mehr zu ändern, genausowenig wie der Tod des elendiglichen – äh, unglücklichen 19,5…

Zu den Leuten, die sich in der Mordnacht bei mir auf dem Landsitz aufhielten:

Durch den Busunfall in der Schlucht hatten wir an dem Abend ein sehr volles Haus. Da waren zum einen meine Schülerinnen Miyu, Lily und Alina. Alle drei unterrichte ich schon sehr lange, es sind brave Mädchen.

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Besonders Lily, das ist meine Klassenbeste, sie hat bei den anderen den Spitznamen „Hermine“, weil sie hochbegabt ist und alles weiß. Miyu stört zwar manchmal den Unterricht und ist, obwohl sie dünn ist wie ein Strich, ständig am Futtern, aber ansonsten ist sie lieb, und ihre Vergangenheit als Panthermädchen haben Sie ihr ja das letzte Mal schon vorgehalten, damit müssen Sie nicht wieder anfangen! Manchmal ist sie eben eine Rebellin, aber sie meint das nie böse.
Alina ist eher schüchtern, kommt aber beim Tanzen sehr aus sich heraus. Sie ist sehr sportlich und definitiv die beste Tänzerin im College.

Neu in der Klasse ist Lillith, sie kenne ich noch nicht so gut, sie macht aber bisher einen sehr intelligenten Eindruck und ist fleißig beim Lernen.

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Ebenfalls neu sind die Schüler Miguel und Lamenius, die das College erst seit kurzem besuchen. Sie kamen während meines Kuraufenthaltes an die Schule, so dass ich zu ihnen noch nicht viel sagen kann. Einer ist glaube ich auch nur als Austauschschüler da, und bei beiden  – oder doch nur bei einem? – scheint es zuhause Krach mit den Eltern gegeben zu haben.

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Der eine ist recht wohlerzogen und der andere eher ein Rotzbengel.

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Aber das merken Sie selbst, wenn Sie die beiden befragen.

Begleitet wurde die Klasse von Miss Ivy, das ist eine Ordensschwester, die ebenfalls seit noch nicht allzulanger Zeit als Anstandsdame am College arbeitet.

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Die Arme hat eine schwere Vergangenheit, sie war Zofe bei der Gräfin Parfort, nach deren Verschwinden hat sie dann das Schloss und alle Besitztümer verkauft und ist in der Welt herumgereist, ehe sie sich dem Orden angeschlossen hat. Sie ist eine hochehrbare und anständige Person mit hohen moralischen Grundsätzen, genau richtig als Anstandsdame für die Klasse. Man hat sie eingestellt, als die neuen Jungs dazukamen, weil man schon gemerkt hat, wie sehr diese die Mädchen in Versuchung führen. Unterstützung hatte Miss Ivy durch ihre Freundin Samira, die sie auf der Reise begleitet hat.

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Miss Samira arbeitet nicht im College, kam aber als Hilfe für Miss Ivy mit, damit diese nicht alleine bei der Aufsicht ist.

In dieser Nacht hat sich außerdem noch meine Freundin Aurelia  auf dem Landsitz aufgehalten, allerdings versteckt draußen in der Krypta, darum hat sie keiner gesehen.

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Wir waren verabredet und wollten einen schönen Abend zusammen haben, was jedoch durch den Busunfall verhindert wurde. Begleitet wurde meine Freundin von ihrem Sklaven, zu ihm kann ich leider keine Angaben machen, Sie verstehen das bitte. In unserem Stand ist Diskretion ausgesprochen wichtig, und wer zu uns in einer bestimmten Rolle kommt, kann sich darauf verlassen, dass wir das nicht herumerzählen.

Zuletzt haben wir noch mein Personal.

Die Security hat sich nicht auf dem Anwesen aufgehalten, da sie mit etwas… anderem beschäftigt war. Wir hatten hier vor kurzem einen Einbruch, einen sehr vorlauten jugendlichen Einbrecher, Sie wissen, welche Sorte ich meine, völlig unerzogen und frech und rüpelhaft. Er hat das Graffiti an meine Mauer geschmiert, die wunderschöne historische Sandsteinmauer, es wird ein Vermögen kosten, sie zu restaurieren! Dann hat er noch eine Scheibe eingeworfen, er wollte wohl einsteigen und etwas stehlen, aber die Alarmanlage ging direkt nach dem Glasbruch los. Meine Security hat ihn sich geschnappt und jetzt – erziehen sie ihn ein wenig. Er muss schließlich in Zukunft das Geld hier abarbeiten, das die Reparaturen kosten werden.

Auf dem Anwesen waren an diesem Abend das Dienstmädchen und der Gärtner. Ich habe nur noch ein Dienstmädchen, das zweite hat sich mit Raven nicht verstanden und ist irgendwann weggelaufen.

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Raven arbeitet seitdem als einziges Mädchen bei mir, sie ist manchmal schrecklich ungeschickt, und bei ihrer Art bin ich mir oft nicht sicher, ob das Dummheit oder Absicht ist, sie kommt mir nämlich eigentlich recht intelligent vor und so, als ob sie Geheimnisse vor mir hat. Andrej kümmert sich aber vorbildlich um ihre Erziehung. Ich habe ohnehin den Eindruck, dass die beiden etwas miteinander haben, das ist aber nur so ein Gefühl.

Andrej ist der Gärtner, er ist auch noch nicht so sehr lange in meinen Diensten,  er macht seine Sache aber ausgezeichnet und ist sehr begabt für seine Arbeit, er löst völlig unkompliziert jedes Problem.

Der Gaertner Andrej

Wissen Sie, er ist Russe und war zuvor im Krieg, er hat dort einen Arm verloren und trägt jetzt diese Prothese, einen mechanischen Arm. Für seine Arbeit im Garten ist das oft  nützlich, weil er sehr kräftig ist. Andrej ist definitiv der Mann für’s Grobe, aber auch für’s Feine, er kann wunderbar mit Pflanzen und auch mit Tieren umgehen, mein Garten gedeiht wie noch nie zuvor, und haben Sie seine reizenden Beete rund ums Haus und im Wintergarten gesehen? Er hat eine Ratte als Haustier, mit der er sehr liebevoll und zärtlich umgeht, und er sammelt irgendwelche Köpfe, aber fragen Sie mich nicht, woher er die immer hat, er stapelt sie in einer Vitrine im Keller neben den antiken Mumien meines Großvaters und hat seine Freude daran.

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Ich glaube, dass er bei aller äußeren Ruppigkeit im tiefen Innern ein sehr guter Mensch ist, jemand der Pflanzen und Tiere so sehr liebt, kann kein schlechter Mensch sein.

Bis vor kurzem hatten wir noch einen Butler, Mister James, aber der ist ohne Entschuldigung und Erklärung einfach aus dem Dienst abgehauen, was mich wieder sehr aufgeregt und traurig gestimmt hat. Ich vermute, der Streit mit Andrej war die Ursache. Wissen Sie, Mister James war sehr arrogant, und er hat Andrej sehr herablassend behandelt, weil dieser nur der Gärtner ist und der Butler in der Hierarchie der Dienstboten selbstverständlich etwas Besseres darstellt. Sie hatten mal einen furchtbaren Krach, woraufhin Mister James Mister Andrej mit seinen weißen Handschuhen geohrfeigt und ihn eine schmutzige Wühlmaus genannt hat, und direkt in der Nacht danach ist der Butler verschwunden und hat noch nicht mal seine Sachen mitgenommen! Die waren alle noch da, sogar die Wertsachen, das war sehr seltsam. Aber Andrej war wirklich lieb, er hat extra für mich, um mich aufzuheitern, gleich am nächsten Morgen ein neues Blumenbeet angelegt, das längliche Tulpenbett hinter dem Haus.

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Die Tulpen blühen einfach prächtig, ich weiß nicht, was der Junge als Dünger dazugegeben hat, aber ich sage Ihnen ja: Er ist ungeheuer begabt und hat großartige Fähigkeiten, im Groben wie im Feinen!

Polizeibericht zur Örtlichkeit

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Polizeibericht zur Örtlichkeit:

Der Tote wurde in der Nacht vom 30.03 – 31.03.2017 auf dem Landsitz von Lady Aranea von einer Gruppe der sich dort aufhaltenden Gäste und Angestellten entdeckt.

Das Anwesen liegt in den Bergen, hat aber nach Westen einen Küstenabschnitt. Das Gelände ist unzugänglich und schwer zu erreichen. Es gibt keinen Straßenanschluss. Am ehesten kommt man per Boot oder mit dem Hubschrauber auf das Grundstück. Es gibt zwei schmale Wanderwege östlich über den Gebirgspass, einen nach Blackburn, einen nach Weatherby. Das sind die beiden nächstgelegenen Ortschaften. Nach Blackburn schafft man es als geübter Wanderer in einer halben Stunde. Weatherby liegt etwas weiter entfernt und es geht bergauf, dorthin braucht man länger. Von Weatherby in die Gegenrichtung, also zurück zum Landsitz, geht es allerdings bergab, das schafft man dann auch in ca. einer halben Stunde.

Hinter dem Haus befindet sich eine alte Krypta, die leer steht und dem Verfall preisgegeben ist. Die Krypta bietet eine gute Versteckmöglichkeit für jeden, der von den Hausbewohnern nicht gesehen werden will.

Oberhalb des Landsitzes, im bewaldeten Teil, verläuft eine Bahnstrecke. Der Zug kommt dort aus dem Tunnel und tritt kurz aus dem Berg heraus, ehe er in den nächsten Tunnel einfährt. Unterhalb dieser Stelle wurde die Leiche von Mister Neunzehnkommafünf entdeckt.

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Nachts fährt dort nur ein Zug durch. Er hält zunächst in Blackburn, dann geht es durch verschiedene Tunnel und Serpentinen, bei denen er die Höhenmeterüberwinden muss,  bis zu seinem nächsten Halt in Weatherby. Für die Fahrt braucht er ca. eine Stunde.

Das Haus selbst ist sehr groß, aber auch recht verwinkelt. Die Vorderseite liegt nach Westen zur Küste hin mit Seeblick, die Rückseite zu den Bergen. Es gibt zwei Ein- und Ausgänge, die Vordertür an der Westfront und die Hintertür im Wintergarten. Den Wintergarten erreicht man auf zwei verschiedenen Wegen, einmal durch die Küche und einmal durch die Wohnhalle. In der Bibliothek gibt es eine Geheimtür, die in den Keller führt, der eher wie ein Kerker eingerichtet ist.

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Dort gibt es einen Schrank mit antiken Mumien und eine Kopfsammlung. Der Gärtner schläft dort.

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Vom Kerker führt eine Tür in den Weinkeller, von da kommt man über eine Treppe ins Esszimmer. Die Architektur hat zur Folge, dass jemand das Haus betreten und verlassen kann, ohne durch die Wohnhalle zu müssen… also sogar wenn sich Leute in der Wohnhalle aufhalten, kann man sich an ihnen vorbeischleichen.

Oben unter dem Dach gibt es eine Mansarde für das Dienstmädchen. Auch sie kann ihr Zimmer verlassen, ohne durch das Schlafgemach der Hausherrin zu müssen, und ist in der Lage, durch die Geheimtür in der Bibliothek den Keller zu betreten.

Die Toilette befindet sich außerhalb, deswegen ist im Regelfall davon auszugehen, dass mehrfach in der Nacht Leute das Haus für die Notdurft verlassen und wieder betreten mussten.

Das Haus verfügt über eine Alarmanlage, die jedoch nur bei Gewaltanwendung gegen Türen oder Fenster anschlägt – alles andere wäre auch unsinnig bei der Außentoilette. Außerdem gibt es zwei Sicherheitskameras, eine über der Vordertür, eine über der Hintertür. Die Bänder müssen noch ausgewertet werden.

Die zweite Mörderjagd beginnt

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Ein einsamer Landsitz.

Dreizehn Anwesende.

Aber der Dreizehnte ist ein ungebetener Gast und wird die Nacht nicht überleben…

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Aber ich muss vorne beginnen, sonst versteht das kein Mensch.

Eigentlich wollte ich ja nur meine Ruhe. Ja, meine Ruhe! Stattdessen habe ich auf einmal das Haus voller Schüler und ein Toter liegt auf meinem Grundstück!

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Diese Klassenfahrt, die der Auslöser von allem war, habe ich von Anfang an für eine Schnapsidee gehalten. Die Schüler wollten das unbedingt, natürlich, um sich zu besaufen, miteinander herumzumachen, und dergleichen mehr. Sie haben dann Miss Ivy breitgeschlagen, dass sie unter ihrer Aufsicht auf Klassenfahrt durften.

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Eigentlich sollten sie in Blackburn in der Jugendherberge übernachten, aber der Busfahrer kam im Nebel von der Straße ab, und so standen sie plötzlich alle bei mir vor der Haustür.

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Ich hatte mir den ganzen Abend völlig anders vorgestellt… aber am besten kopiere ich meine Aussage bei der Polizei hier herein:

Ich kann Ihnen absolut nicht sagen, wie der Kerl zu Tode kam! Wobei der das natürlich verdient hat, so ganz nebenbei. 300 Lindendollar habe ich für den bezahlt gehabt auf der Sklavenauktion, und was macht er? Haut einfach ab! Also auf Gor hätte man einen entlaufenen Sklaven gepfählt und auf Amazonien Pfeile durch seine Augen geschossen, was ich vollkommen natürlich und richtig finde, aber ich glaube, das wollen Sie gar nicht wissen. Sie wollen was zum Abend des 30.03. wissen… also fang ich mal an. Unter uns, der ganze Tag war einfach nur furchtbar.

Eigentlich hatte ich mit meiner Freundin Aurelia verabredet, dass sie abends mit ihrem Sklaven vorbeikommt, und wir zu dritt ein bisschen Spaß haben.

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Das haben wir schon mehrfach so gemacht – Aurelia kommt dann ungesehen über den kleinen Wanderweg über den Pass und versteckt sich in der Krypta, bis ich das Personal weggeschickt habe.

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Dann lasse ich sie nachts heimlich herein, und wir verbringen ein paar erbauliche Stunden miteinander. Ehe das Personal wieder zurück ist und allzuviel mitbekommt, verschwinden Aurelia und der Sklave diskret wieder.

An diesem Tag ging alles schief. Statt eines ruhigen Abends hatte ich plötzlich das ganze Haus voller Schüler!

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Ich konnte das Personal nicht wegschicken, und es wäre undenkbar gewesen, in all dem Lärm und Chaos (die haben laut nach Essen verlangt, das müssen Sie sich mal vorstellen! Laut! Und dann wollten sie auch noch im Haus rauchen! In MEINEM Haus!) auch nur ein Quentchen Privatsphäre und Zeit für einen schönen Abend mit meinen Freunden zu haben. Es herrschte ein unglaublicher Trubel, die Schüler haben mir regelrecht das Haus gestürmt. Andrej ging nochmal raus, um nach dem Busfahrer zu suchen, der als einziger fehlte, er hat ihn aber nicht gefunden, und Raven hat all meine Anweisungen falsch verstanden und hat den Schülern meinen Hummer und den besten Wein hingestellt. Ich kann Ihnen sagen, Herr Kommissar, ich habe etwas durchgemacht an diesem Abend! Statt einer schönen Session mit meiner Freundin und ihrem Sklaven… nur wieder Stress mit den Schülern!

Ich habe mich darum nachts rausgeschlichen, um den beiden in der Krypta schnell Bescheid zu geben, dass das diesmal nichts wird und dass sie sich am besten gleich wieder auf den Rückweg machen.

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Den Regenschirm hatte ich dabei, weil es inzwischen regnete und stürmte. Während wir noch in der Krypta miteinander gesprochen haben, hörte man oben den Zug durchfahren, und im nächsten Moment gab es draußen einen Aufprall, als ob ein schwerer Gegenstand die Böschung heruntergefallen wäre. Ich rannte nach draußen, um zu sehen, was das ist, und da wankte mir schon dieser Typ entgegen, dieser Neunzehnkommafünf, den ich in der Dunkelheit und bei dem Wetter gar nicht erkannt habe. Er röchelte irgendwas, und ich rammte ihm in Ermanglung anderer Hilfsmittel meinen Regenschirm in die Eier. Ich wusste ja schließlich nicht, ob der nicht gefährlich ist! Und ich habe es besser gemacht als das letzte Mal! Da Sie ja gesagt hatten, ich darf niemanden mit dem Regenschirm auf den Kopf schlagen, weil das Körperverletzung ist und wenn‘s dumm läuft sogar Totschlag, hab ich ihn diesmal extra in die Weichteile gehauen.

Der Typ ging daraufhin sofort zu Boden und blieb liegen, ich bin wieder zu meinen Freunden und habe ihnen gesagt, dass sie am besten gleich leise verschwinden sollen, wenn ich wieder im Haus bin. Danach habe ich mich zurückgeschlichen und wollte wieder ins Bett. Was aus dem Typ wurde, war mir in dem Moment egal, er ist unbefugt auf mein Privatgrundstück eingedrungen, und das kann ich ja schon gleich dreimal nicht leiden. Ich dachte, dass der, wenn er seine kurze Ohnmacht überwunden hat, am Morgen sicherlich das Weite suchen wird. Umso erstaunter war ich, dass der dann am nächsten Tag tot dort lag und dass es auch noch der Neunzehnkommafünf war, aber ich kann Ihnen versichern, Herr Kommissar: Umgebracht habe ich den nicht! Ich habe genügend Erfahrung mit CBT, um zu wissen, wie man seine Kräfte dosieren muss, um zwar Schmerzen, aber keine nachhaltigen Verletzungen hervorzurufen.

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Es muss also noch irgendetwas anderes passiert sein in dieser Nacht.

Gesehen habe ich allerdings niemanden, nur ein paar Schatten, die wie überdimensionierte Vögel aussahen, das können aber auch die Äste der Bäume im Sturm gewesen sein. Nachdem ich wieder im Haus war, habe ich tief und fest geschlafen, bis in den frühen Morgenstunden die Alarmanlage losging.